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Ergebnisse für das erste Halbjahr 2025 - Die Ergebnisse der Bobst Group wurden von niedrigen Umsätzen im ersten Halbjahr 2025 beeinträchtigt

Die Unsicherheiten hinsichtlich der Geo- und der Zollpolitik hatten im Berichtszeitraum einen erheblichen negativen Einfluss auf die Finanzergebnisse der Bobst Group. Der Auftragseingang lag in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 um 4% unter dem Niveau des in 2024 erzielten Werts. Der Umsatz betrug CHF 667 Millionen und lag damit um 19 % unter dem Wert des ersten Halbjahres 2024 in Höhe von CHF 828 Millionen. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug CHF 5 Millionen im Vergleich zu CHF 35 Millionen in 2024, hauptsächlich aufgrund des geringeren Volumens, das teilweise durch niedrigere Fixkosten ausgeglichen wurde. Das Nettoergebnis sank von CHF 8 Millionen im Vorjahr auf CHF -3 Millionen. Die Nettoverschuldung betrug CHF 237 Millionen im Vergleich zu CHF 126 Millionen zu Beginn des Jahres. Der Auftragsbestand lag Ende Juni um 27% unter dem im Vorjahr und um 8% über dem Ende 2024.

Die Gruppe rechnet mit einer besseren zweiten Jahreshälfte, aber es gibt Risiken, die sich negativ auf das Gesamtjahresergebnis auswirken können. Insbesondere die unsichere geopolitische Lage, die aus den Auswirkungen von Zöllen, aus der Situation in der Region Naher Osten und aus einer weiteren Abschwächung der Aktivitäten der Industrie in einigen Regionen resultiert, kann sich negativ auf den Auftragseingang auswirken, der noch in 2025 gebucht und fakturiert werden muss. Im Vergleich zu den im Vorjahr erzielten Werten rechnet die Gruppe für das Jahr 2025 mit deutlich niedrigeren Umsätzen und Ergebnissen.

In der ersten Jahreshälfte 2025 betrug der Konzernumsatz CHF 667.4 Millionen, was einem Rückgang um CHF -160.8 Millionen oder -19.4% gegenüber dem im gleichen Zeitraum des Jahres 2024 erzielten Wert in Höhe von CHF 828.2 Millionen entspricht. Volumen- und Preisschwankungen wirkten sich mit CHF 144,6 Millionen negativ aus. Die Wechselkurse haben sich mit insgesamt CHF 16.2 Millionen negativ auf den Umsatz ausgewirkt.

Umsätze pro Geschäftsbereich 30. Juni 2025 30. Juni 2024 Δ%
  (In Millionen CHF) (In Millionen CHF)  
Geschäftsbereich Printing & Converting 332.4 497.2 (33.1)
Geschäftsbereich Services & Performance 335.0 331.0 1.2
Sonstige 0.0 0.0 0.0
Gesamt 667.4 828.2 (19.4)

Der Rückgang des Konzernumsatzes ist auf die niedrigeren Umsätze mit Maschinen zurückzuführen, während sich die Umsätze mit Ersatzteilen und Services auf dem gleichen Niveau wie im ersten Halbjahr 2024 bewegten. Die Verteilung des Umsatzes nach geografischen Regionen zeigte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 stabile Prozentsätze mit einem leichten Rückgang des Prozentsatzes in Europa.

Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte CHF 5.4 Millionen gegenüber CHF 34.7 Millionen im gleichen Zeitraum 2024. Das niedrigere Betriebsergebnis (EBIT) ist hauptsächlich auf das niedrigere Volumen zurückzuführen, das teilweise durch niedrigere Fixkosten ausgeglichen wurde.

Das Betriebsergebnis (EBIT) des Geschäftsbereichs Printing & Converting verschlechterte sich von CHF    -5.8 Millionen in der ersten Hälfte des Jahres 2024 auf CHF -42.4 Millionen im Berichtsjahr. Das niedrigere Volumen wirkte sich stark auf das erste Halbjahr aus und konnte nur teilweise durch niedrigere Kosten und Aufwendungen, wie unter anderem niedrigere Vertriebs- und Marketing-Kosten, kompensiert werden, weil es keine drupa gab.

Das Betriebsergebnis (EBIT) des Geschäftsbereichs Services & Performance verbesserte sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2024 um CHF 8.3 Millionen und erreichte im ersten Halbjahr 2025 CHF 49.6 Millionen. Dieser Anstieg ist in erster Linie auf eine bessere Marge zurückzuführen, die über eine kontinuierlich verbesserte operative Leistungsfähigkeit sowie niedrigere Vertriebs- und Marketing-Kosten erzielt wurde, da keine drupa stattfand.

EBIT pro Geschäftsbereich 30. Juni 2025 30. Juni 2024 Δ
  (In Millionen CHF) (In Millionen CHF)  
Geschäftsbereich Printing & Converting (42.4) (5.8) (36.6)
Geschäftsbereich Services & Performance 49.6 41.3 8.3
Sonstige (1.8) (0.8) (1.0)
Gesamt 5.4 34.7 (29.3)

Das Nettoergebnis erreichte CHF -3.3 Millionen gegenüber CHF 7.7 Millionen in 2024. Der Rückgang des Nettoergebnisses ist auf ein niedrigeres Betriebsergebnis (EBIT) zurückzuführen, das zum Teil durch einen positiven Einfluss auf das Finanzergebnis im Vergleich zu 2024 kompensiert wurde, das negative Währungseffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf von BHS und IVG enthielt.

Die Netto-Schulden-Position betrug Ende Juni 2025 CHF 237.1 Millionen gegenüber einer Netto-Schulden-Position in Höhe von CHF 125.8 Millionen Ende 2024 Der Rückgang ist hauptsächlich auf den negativen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Verbindung mit dem geringeren Umsatz und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Zusammenhang mit der Zahlung der Dividende zurückzuführen. Das konsolidierte Eigenkapital betrug 23.2% der Bilanzsumme, verglichen mit 27.9% Ende des Jahres 2024. Der Rückgang der Quote ist auf das niedrige Nettoergebnis im ersten Halbjahr 2025 und die Dividendenausschüttungen in Höhe von CHF 82.3 Millionen zurückzuführen.
 

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND AUSBLICK FÜR DIE EINZELNEN GESCHÄFTSBEREICHE
 

Geschäftsbereich Printing & Converting (BUPC)
Hinsichtlich des Auftragseingangs verzeichnete der Geschäftsbereich Printing & Converting im ersten Halbjahr 2025 einen Rückgang um 9.4% gegenüber Juni 2024. Die ursprünglich optimistischeren Prognosen basierten auf einem hohen Auftragseingang im Dezember 2024 sowie auf einem starken Angebotstrichter in den USA, in Südeuropa und im Nahen Osten.

Die negativen Auswirkungen auf das Geschäft wurden hauptsächlich von erheblichen Auftragsverzögerungen aufgrund der Auswirkungen der US-Zölle sowie von der neuen Kriegssituation in der Region Naher Osten verursacht. Die Kunden reagierten darauf, indem sie Projekte mit BOBST - im Vergleich zu den Prognosen des ersten Halbjahres aus unseren Regionen und Produktlinien - in einer Grössenordnung von mehr als CHF 80 Millionen einfroren. 

Nach wie vor sind globale Fusionen grösserer Konzerne im Gang, wobei der Fokus auf Sparmassnahmen und einer geografischen Konsolidierung bis hin zur Schliessung von Produktionsstandorten liegt. Von einigen Ausnahmen abgesehen, bringt dies im Geschäftsbereich Printing & Converting, insbesondere in Mitteleuropa, bei den Investitionen grosse Verzögerungen mit sich. Auf der anderen Seite bedeutet dies, dass sich für unsere Unternehmensgruppe in ihrem Geschäft mit Services und Maschinenmodernisierungen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. 

Südeuropa, Mittelamerika, Indien und Afrika tragen in diesem ersten Halbjahr am stärksten zum Auftragseingang im Geschäftsbereich Printing & Converting bei. Im Bereich flexibler Verpackungen konnten wir im ersten Halbjahr für die Produktlinien Tiefdruck, Beschichten, Kaschieren und Vakuum-Metallisieren einen guten Auftragseingang erzielen, der die Auslastung der Werke Bobst San Giorgio und Bobst Manchester unterstützt. 

Aufgrund der Überkapazitäten unserer Grosskunden im Bereich Wellpappe registrieren wir hier nach wie vor ein vorsichtiges Investitionsverhalten. Insgesamt bleibt das Angebotsvolumen für neue Projekte auch nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 auf einem stabilen Niveau, was vor allem den mittelständischen Unternehmensgruppen sowie dem Marktsegment unabhängiger und privater Kunden zu verdanken ist.
Vertriebsinitiativen mit Fokus auf die Regionen China, Nordamerika und DACH sollen die Marktaktivitäten verbessern. Dennoch erwarten wir für die kommenden Monate einen weiterhin verhaltenen Auftragseingang.

Die Umsatzrealisierung wird in der zweiten Jahreshälfte deutlich höher ausfallen als in den ersten sechs Monaten des Jahres.
 

Geschäftsbereich Services & Performance (BUSP)
Die Umsätze des Geschäftsbereichs Services & Performance erreichten im ersten Halbjahr CHF 335.0 Millionen, was einem Anstieg um 1.2% gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2024 entspricht. Dieses Wachstum wurde hauptsächlich von den Regionen Amerika und Mitteleuropa getragen. Der Zuwachs basierte in erster Linie auf Wartungsverträgen sowie Aktualisierungen und Modernisierungen von Maschinen, während das Ersatzteilgeschäft stabil blieb.

Die Aktivitäten der Kunden waren in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 von einer geringeren Auslastung und einem Trend hin zu kleineren Aufträgen geprägt, was eine generell abwartende Haltung in allen Regionen widerspiegelt. Diese vorsichtige Haltung wurde massgeblich von den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten beeinflusst, darunter der Krieg in der Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten und die erwartete Entscheidung zu den US-Zöllen.

Das Geschäft mit Services entwickelt sich weiterhin gut, angetrieben durch verbesserte Kundennähe und ein Wachstum bei unseren Maintenance Plus-Verträgen, wobei die meisten Regionen gegenüber dem Vorjahr ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielten.

Das Wachstum bei Wartungsverträgen wird mit einer stärkeren kommerziellen Ausrichtung und der Markteinführung neuer Funktionen unterstützt, die Kunden einen besseren Überblick darüber geben, welche Upgrades und Modernisierungen für bestimmte Maschinen verfügbar sind. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte unseren Umsatz mit Upgrades und Modernisierungen erhöhen wird.

Auch unsere Bemühungen um die digitale Transformation tragen Früchte. Gegenüber Juni 2024 verzeichneten wir bei der Zahl angeschlossener Maschinen einen deutlichen Anstieg um 10%, und wir sind auf dem besten Weg, alle digitalen Ziele für das Jahr zu erreichen oder zu übertreffen. Diese Erfolge untermauern unsere strategische Ausrichtung und den Wert unseres Ökosystems digitaler Services.

In der Region EMEA haben wir mit der Einführung unseres Services Zustellung am nächsten Tag begonnen, zunächst in Grossbritannien, Irland und Deutschland. Eilige Bestellungen treffen jetzt vor 10.30 Uhr ein, Standardbestellungen vor 18.00 Uhr. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Verbesserung der Kundenzufriedenheit und zur Verringerung der Stillstandszeiten ihrer Maschinen. Wir planen, die meisten europäischen Länder bis Ende 2025 einzubeziehen. 
Auch die Leistungsfähigkeit unseres Logistikzentrums in der Region Amerika und die Verfügbarkeit der hier gelagerten Bestände wurden in der ersten Jahreshälfte dank lokaler Initiativen deutlich verbessert.

Das Transformationsprogramm BOBST Engage schreitet stetig voran und zielt darauf ab, E-Commerce-, CRM- und ERP-Systeme in einer einzigen globalen Plattform zu vereinen. Eine CRM-Lösung mit 1500 Nutzern standardisiert bereits die weltweiten Interaktionen mit Kunden, während die laufende SAP S/4HANA-Migration den Datenfluss strafft und die Entscheidungsfindung verbessert. In Kombination steigern diese Initiativen die betriebliche Effizienz, verkürzen die Prozessdauer zwischen Angebotserstellung und Bestellungen und ermöglichen in allen Märkten einheitlichere Serviceergebnisse.

Für die zweite Jahreshälfte wird erwartet, dass der Geschäftsbereich Services & Performance seine positive Dynamik im Einklang mit dem prognostizierten Ergebnis beibehält. 

Neufestsetzung der Jahresabschlüsse 2023 und 2024 (Korrektur von Fehlern)
Am 2. November 2023 wurde das Werk unserer Unternehmensgruppe in der Nähe von Florenz von einer massiven Überschwemmung betroffen, die bei seinen Vermögenswerten und Lagerbeständen Schäden verursachte. Für die erheblichen Schäden, die die Überschwemmung in Florenz im Lagerbestand des Unternehmens verursachte, wurden im Jahr 2023 vollständige Rückstellungen gebildet (CHF 17 Millionen). Ende des Jahres 2024 waren in der Rückstellung noch CHF 5.0 Millionen für Verschrottungen vorhanden, die im Jahr 2025 ausgeführt werden sollen (nachdem die Versicherung hierfür grünes Licht gibt), so dass im Jahr 2024 keine weiteren Auswirkungen auf den Inventarwert erfasst wurden.

Im Mai 2025 wurden bei Bobst Firenze Srl im Rahmen der Überprüfung der Buchhaltung Abweichungen in der Bestandsbewertung, nicht korrekt erfasste Rechnungen Dritter und mangelhafte Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze festgestellt, die im Juni 2025 korrigiert wurden.

Dies führte zu einer Verringerung der konsolidierten Reserven (Teil des Eigenkapitals) für das Jahr 2023 gegenüber dem bisher ausgewiesenen Wert in Höhe von CHF -5.9 Millionen und zu einer Reduzierung des konsolidierten Nettogewinns für das Jahr 2024 um CHF -14.0 Millionen gegenüber dem bislang ausgewiesenen Wert. Es gab keine Nettoauswirkungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit.
 

AUSBLICK AUF DAS ZWEITE HALBJAHR 2025
Die Unsicherheit, die aus den angekündigten US-Zöllen, der Abwertung des US-Dollars, des Euros und anderer Währungen gegenüber dem Schweizer Franken sowie den anhaltenden Kriegen und zunehmenden Spannungen - insbesondere in Osteuropa, im Nahen Osten und in Teilen Asiens - resultiert, wird weiterhin das Vertrauen der Kunden belasten und den Welthandel beeinträchtigen. Diese Problembereiche sind Unwägbarkeiten hinsichtlich der Gesamtleistung der Unternehmensgruppe im zweiten Halbjahr, da Kunden Investitionsentscheidungen verzögern.

Im Vergleich zu den im Vorjahr erzielten Werten rechnet die Gruppe für das Jahr 2025 mit deutlich niedrigeren Umsätzen und Ergebnissen. Der Umsatz könnte im Vergleich zu dem im Jahr 2024 erreichten Wert in Höhe von CHF 1.891 Milliarden um rund 15% sinken, und das Betriebsergebnis (EBIT) wird weniger als die Hälfte des angepassten Ergebnisses von CHF 141.6 Millionen im Jahr 2024 betragen.

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Pressemitteilung

Half-year report as at 30 June 2025

APM 2025

 

Heutige Telefonkonferenz
Eine Telefonkonferenz für Finanzanalysten und die Medien findet heute um 10:30 Uhr MEZ statt. 
Eine Aufnahme wird auf unserer Webseite ab Montag, 28. Juli 2025, 09:00 Uhr MEZ verfügbar sein  investors.bobst.com/publications.

 

Kontakt
Investoren und Medien
Stefano Bianchi
Tel. +41 21 5471697
E-mail: investors(at)bobst.com 

Wichtige Termine

 

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